Missionare aus Wien 2 erstmals als „Zehngestirn“

    Eine ganze Gemeinde fühlt sich durch den Dienst ihrer Jungen Erwachsenen gesegnet

    Sophie Krywult als Missionarin Helmrich
    Sophie Krywult ist eine von zehn Jungen Erwachsenen, die derzeit aus der Gemeinde Wien 2 eine Vollzeitmission erfüllt.
    Liam Vincent dient in Antananarivo, Madagaska Helmrich
    Liam Vincent dient in Antananarivo, Madagaskar

    Seit Dezember 2019 befinden sich zehn Junge Erwachsene der Gemeinde Wien 2 auf Vollzeitmission. Welch Segen dies für die „Gemeindefamilie“ bedeutet, zeigt ein Rückblick auf die Teilung der Gemeinde vor 25 Jahren! Als „Wien 2“ blieb damals nur ein Kern älterer Mitglieder und ein einziger junger Mann übrig. Eines Tages zehn Missionare gleichzeitig in die Welt zu senden, schien damals unvorstellbar.
    Umso größer ist heute die Begeisterung bei den Mitgliedern und deren Bischof Levin Merl über die wiedererlangte Stärke. „Unsere Missionare sind ein Vorbild für uns und ihre Berichte stärken die Gemeinde weit über die Familien und engen Freundschaften hinaus“, erklärt er stolz. „Dass so viele junge Menschen die Entscheidung getroffen haben, dem Herrn zu dienen und das Evangelium im Rahmen einer Vollzeitmission zu verkünden, ist für unsere Gemeinde ein außergewöhnliches Ereignis.“

    Constantin Helmrich dient in Kiew, Ukraine Helmrich
    Constantin Helmrich dient in Kiew, Ukraine
    Frederick Helmrich als Missionar Helmrich
    Frederick Helmrich dient in Mesa, Arizona

    Sister Sophie Krywult und die jungen Elders Liam Vincent, Lorenz Krywult, Miguel Ferraz-Leite, Timotheus Baumann, Eric Benge, Benjamin Soucek, Leandro Bischof sowie Constantin und Frederick Helmrich kennen einander schon viele Jahre, sind miteinander befreundet und haben gemeinsam das Jugendprogramm erlebt, dennoch durchlief jeder von ihnen eine individuelle Vorbereitung und einen individuellen Weg zu seiner Entscheidung, auf Mission zu gehen. Dies trifft natürlich auch auf Elder Christopher Skilich aus Wiener Neustadt, Elder Boas Lex aus Graz, Sister Hannah Gursch aus Wien3 und Elder Elijah Ebert aus Wien1 zu.


    Es ist eine Freude zu erleben, wie die Kinder wachsen und sich auch nicht scheuen, große und schwierige Herausforderungen im Vertrauen auf den Herrn anzunehmen


    Laeandro Bischof dient in Lissabon, Portugal
    Leandro Bischof dient in Lissabon, Portugal
    Eric Benge dient in Durban, Südafrika Helmrich
    Eric Benge dient in Durban, Südafrika

    „Wenn man Kinder großzieht, wünscht man sich, dass sie irgendwann in die Welt ziehen um Gutes zu tun und sich selber fern von zuhause besser kennenlernen“, sagen die Eltern Frank und Johanna Helmrich. „Wenn es dann soweit ist, fällt der Abschied doch schwerer als man denkt. Unsere Söhne hatten von klein auf den Wunsch auf Mission zu gehen, während ein Sohn unbeirrt darauf losmarschierte, war es für den anderen ein Pfad mit vielen Umwegen. Egal, wie sie zu dieser Entscheidung kamen, war es uns wichtig, dass sie diese nicht aus Tradition, Erwartung oder Druck getroffen haben, sondern weil sie den Wunsch hatten, die Liebe und das Glück das sie in ihrem Leben verspüren, mit anderen zu teilen.“ Ihr Sohn Constantin dient seit Juli 2018 in der Kiev Ukraine/Moldavien Mission und Frederick ist seit Dezember 2019 in der Irland/Schottland Mission, mit der Berufung in die Arizona Mesa Mission, sobald sein Visum eintrifft. Seine Eltern sind dankbar, dass ein ganzes „Gemeinde-Dorf“ von engagierten Geschwistern, darunter Kinder- und JugendführerInnen, einschließlich dem Bischof, ihre Kinder auf ihrem Weg begleitet hat.

    Lorenz Krywult dient in Berlin, Deutschland Helmrich
    Lorenz Krywult dient in Berlin, Deutschland
    Miguel Ferraz-Leite dient in Novosibirsk, Russland Helmrich
    Miguel Ferraz-Leite dient in Novosibirsk, Russland

    Thomas, der Vater von Benjamin Soucek, berichtet: „Benjamin wurde in die Novosibirsk Russland Mission berufen. Es war für ihn und auch für uns überraschend, niemand hatte je daran gedacht, dass es in Sibirien überhaupt eine Mission der Kirche gibt. Er kam Ende November 2018 in Novosibirsk an. Sein erstes Gebiet umfasste zwei kleine Gemeinden einige Stunden Busfahrt von Novosibirsk entfernt. Er musste mehrmals pro Woche zwischen diesen beiden Städten hin- und herfahren, und besuchte die Versammlungen jeweils abwechselnd. Nach einigen Monaten kam er in einen etwas größeren Zweig in der Nähe des Baikalsees, in dem er an die acht Monate blieb und viele Freundschaften schloss. Seit Dezember ist er ganz im Osten Russlands, in der Gegend von Wladiwostok.“

    Eltern und Geschwister fühlen zunächst, dass ihnen die starken jungen Erwachsenen in der Familie fehlen, doch sie freuen sich auch, mit ihnen jede Woche eine Stunde per Skype oder Telefon zu kommunizieren. „Eine Mission reduziert zwar einerseits den Kontakt mit den Kindern“, sagt Bruder René Krywult, „auf der anderen Seite wird dieser viel intensiver. Wir fühlen nicht nur mit unseren Missionaren mit, wir stehen ihnen auch mit Rat und Tat und Gebet zur Seite.“

    „Durch die Neuerung der intensiveren Kommunikation ist man seinen Kindern in einigen Situationen näher und man hat gemeinsame verbindende Erlebnisse“, finden Bruder und Schwester Helmrich. „So konnte Constantin an der Taufe seiner Schwester teilnehmen und sogar eine Ansprache geben. Auch die Ordinierung seines Bruders konnte er miterleben. Da beide am gleichen Tag ihren freien Tag haben, ist der Montag geprägt von dem einen oder anderen Familienchat. Natürlich freuen sich die Jungs auch, von uns einen Wochenbericht zu lesen, der am Sonntagabend verfasst wird.“

    Benjamin Soucek dient zwischen Novosibirsk und Wladiwostok Helmrich
    Benjamin Soucek dient in Novosibirsk, Russland
    Tim Baumann dient in St. Petersburg. Russland Helmrich
    Tim Baumann dient in St. Petersburg, Russland

    Obwohl Benjamin Soucek am äußersten Ende Asiens dient, spüren seine Eltern Frieden. Sie wissen: „Sein Dienst gefällt ihm sehr gut, er liebt die Menschen und die russische Sprache. Als seine Eltern wissen wir ihn in der Hand des Herrn und freuen uns mit ihm über seinen Fortschritt und seine missionarischen und persönlichen Erfolge.“

    Andreas Baumann freut sich darüber, dass sein Sohn Tim vor seiner Mission viel Sport betrieben hat, denn dies sei eine gute Vorbereitung gewesen. 'Tim ist ein sehr offener Mensch, der gerne Freundschaften schließt und auf andere Menschen zugeht', sagt er. Außerdem liebe er Herausforderungen und das Abenteuer.

    „Unserer jüngsten Tochter Helene war es wichtig, einen Russischkurs zu machen, um eine Geheimsprache mit ihrem großen Bruder zu haben“, schmunzelt Bruder Helmrich. „Es ist eine Freude zu erleben, wie die Kinder wachsen und sich auch nicht scheuen, große und schwierige Herausforderungen im Vertrauen und mit der Hilfe des Herrn anzunehmen. Wir fühlen uns als Familie sehr gesegnet durch den Dienst unserer Söhne.“

    Und natürlich wird in den Familien der Wiener Missionare kein Familiengebet gesprochen ohne an diese Elders und Sisters zu denken...