MISSIONARSERLEBNISSE

Gott hatte einen Plan für mich: Während der Pandemie auf Mission in der Ukraine und Moldavien

Eine junge Schwester, die sich gerade in Linz auf eine Tempelehe vorbereitet, wurde gemäß ihrem Glauben sehr gesegnet.

Als begeisterte Missionarin in der Ukraine: Selina Dzierzon aus der Gemeinde Rosenheim, Pfahl München.
Als begeisterte Missionarin in der Ukraine: Selina Dzierzon aus der Gemeinde Rosenheim, Pfahl München, derzeit wohnhaft in Linz.

von Selina Dzierzon, Pfahl München (derzeit wohnhaft in Linz)

Der Vater im Himmel weiß wirklich immer genau, was und wen man braucht. Das merkte ich ganz besonders in den letzten zwei Jahren, seitdem ich mich intensiv auf meine Mission vorbereitet habe und dann in die Ukraine und nach Moldavien berufen wurde. Ich bin wirklich dankbar für jeden einzelnen Tag, den ich als Vollzeitmissionarin erleben durfte. Tatsächlich war das aber nicht immer die einfachste Zeit.

Kurz bevor ich meine Berufung erhielt, habe ich einen richtig tollen Menschen kennengelernt, und ich musste mir wirklich nochmals überlegen, ob ich auf Mission gehen soll oder nicht, denn er war jemand, mit dem ich mir eine wunderschöne Ewigkeit vorstellen konnte. Aber die Wahrscheinlichkeit, dass er auf mich 1,5 Jahre warten würde, war doch sehr gering. Ich blieb jedoch bei meiner Entscheidung und ging wie geplant auf Mission. Und zum Glück entschied sich dieser tolle Mensch, dass er warten will! Ich hatte zwar immer noch keine Sicherheit, dass er wirklich auf mich warten würde, aber ich habe durch den Heiligen Geist sehr stark gespürt, dass ich definitiv in der Ukraine als Missionarin gebraucht werde und auch sonst alles gut gehen würde.

Angekommen auf Mission, habe ich sehr schnell die nächste Schwierigkeit festgestellt, denn Russisch zu lernen war eine Herausforderung für mich. Und meine Trainerin konnte selbst auch erst wenig Russisch. Dazu kam, dass man in der Ukraine viel Ukrainisch spricht (was ich auch nicht konnte) und ich mir sogar nie sicher war, welche Sprache gerade angebracht war.

Schwester Dzierzon begeisterte Missionarin in der Ukraine
'Sister Dzierzon' freut sich, den Menschen in Moldavien und der Ukraine über das Buch Mormon Zeugnis zu geben

Aber auch dafür hatte der Vater im Himmel einen Plan, denn er sandte mir kurz nach meinem Training eine Mitarbeiterin aus Kasachstan, die nur Russisch konnte und weder Englisch noch Deutsch sprach. Dadurch MUSSTE ich Russisch lernen, denn sonst wären das sehr stille Monate gewesen. Diese Mitarbeiterin ist inzwischen eine meiner besten Freundinnen und ich liebe sie von Herzen! Wir hatten das Glück, ganze neun Monate gemeinsam zu dienen. Daher bin ich dem Vater im Himmel unheimlich dankbar, denn ich habe so viel von ihr gelernt! Und ich meine nicht nur Russisch, auch wenn das durch sie sehr beschleunigt wurde.

Während ich mit ihr gedient habe, kam dann allerdings noch die ganze Corona-Pandemie dazu und das hat es mit Sicherheit nicht vereinfacht. Anfangs wussten wir nicht einmal, ob wir überhaupt auf Mission bleiben konnten, denn die Hälfte unserer Missionare wurde nach Hause geschickt, und ich wollte auf gar keinen Fall nach Hause gehen.

Selina Dzierzon mit ihre Verlobten Benjamin, 2021
Selina Dzierzon mit ihre Verlobten Benjamin, 2021

„Ich möchte euch gerne alle dazu einladen, darüber zu beten, was sein Plan für euch ist. Denn der Herr weiß ganz genau, was und wen wir brauchen, um zu wachsen.“ (Selina Dzierzon)


Zum Glück hat der Vater im Himmel mich noch in der Ukraine gebraucht, sodass ich bleiben durfte, aber wir haben wirklich sehr lange keine neuen Missionare dazubekommen, weshalb es immer schwieriger wurde, für alle Gemeinden und Zweige da zu sein. Trotz allem konnten wir, wie sehr der Himmlische Vater uns geleitet und unterstützt hat, obwohl wir immer weniger geworden sind. Auch wenn bis heute immer noch keine neuen Missionare gekommen sind und es weiter weniger werden, weiß ich, dass der Vater im Himmel einen Plan für die Menschen in der Ukraine und in Moldova hat. Er wird weiterhin Menschen helfen, zu Christus zu kommen.

Die Zeit auf Mission war weiterhin mit Schwierigkeiten verbunden, aber jetzt kann ich sagen, dass ich dadurch wirklich wachsen durfte. Ich habe Fähigkeiten und Wissen bekommen, die ich anders nur schwer oder gar nie gelernt hätte. Ich habe nicht nur Dinge über Christus gelernt, sondern ich hab Ihn wirklich kennengelernt. Ich habe einen kleinen Einblick erlangen dürfen, wie machtvoll und barmherzig das Sühnopfer Jesu Christi ist, und wie ich dieses in meinem eigenen Leben verwenden darf. Ich weiß jetzt, dass Gott mich liebt und kennt, und dass er einen perfekten Plan für jeden einzelnen von uns hat. Wir müssen Ihm nur vertrauen und unseren Teil tun. Dann kann es nur gut werden. Sogar mein Freund hatte die Geduld auf mich zu warten, sodass ich ihn jetzt sogar meinen Verlobten nennen darf und wirklich erkenne, wie der Vater im Himmel uns die ganze Zeit über gestärkt und uns geholfen hat zusammen zu bleiben. 

Unser Ziel, wie Christus zu werden, können wir nur mit Gottes Hilfe erreichen. Also sollten wir diese Hilfe auch dann annehmen, wenn sie uns in Form einer Herausforderung begegnet. So können wir besser wachsen und mehr wie unser Erlöser werden, der auch alle Schwierigkeiten und Herausforderungen demütig angenommen hat.