Botschaft von der Gebietsführerschaft

Freundschaft mit Jesus

Unser geliebter Heiland ist noch immer unsere Zuflucht. Bringen wir also alles im Gebet vor den Herrn!

Unser geliebter Heiland ist noch immer unsere Zuflucht.
Jesus Christus kennt uns und unsere Sorgen und Nöte. Wir können ihm vertrauen und bei ihm Frieden und Schutz finden.

Elder Erich W. Kopischke, Deutschland

Zweiter Ratgeber in der Präsidentschaft des Gebiets Europa

Kurz vor Ende seines irdischen Wirkens kam der Erretter mit den Aposteln zusammen. Ihm war bewusst, dass er schon bald sein allergrößtes Geschenk für alle Menschen darbringen würde. Er wusste: Auch die Qualen in Getsemani und der furchtbare Kreuzestod gehörten dazu. Ihm war auch bewusst, dass seine Jünger nach seinem Leiden, seinem Tod und der Auferstehung sein Werk weiterführen mussten. Er wusste: Es reicht nicht aus, sein kostbares Geschenk, das Sühnopfer, einfach anzubieten – die Menschen mussten es auch annehmen. Darum legte er in seinen Lehren sein Augenmerk vor allem darauf, wie wir als seine Jünger aus seinem Geschenk das meiste herausholen können.

Ein wesentlicher Punkt dabei ist, dass wir dem Erretter stets nahe bleiben, hat er doch erklärt: „Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben. Wer in mir bleibt und in wem ich bleibe, der bringt reiche Frucht; denn getrennt von mir könnt ihr nichts vollbringen.“ 1

Sodann machte der Heiland deutlich, wie wir ihm nahe bleiben können, und betonte: „Wenn ihr in mir bleibt und meine Worte in euch bleiben, dann bittet um alles, was ihr wollt: Ihr werdet es erhalten. … Dies habe ich euch gesagt, damit meine Freude in euch ist und damit eure Freude vollkommen wird. Das ist mein Gebot, dass ihr einander liebt, so wie ich euch geliebt habe. Es gibt keine größere Liebe, als wenn einer sein Leben für seine Freunde hingibt. Ihr seid meine Freunde, wenn ihr tut, was ich euch auftrage.“2

Christus hat uns damit eine einfache Formel auf den Weg gegeben, wie wir im Alltag auf die Segnungen des Sühnopfers zugreifen und Jesu Beistand und Freundschaft genießen können. Dazu müssen wir einfach dreierlei tun: An ihn und seine Worte glauben, einander lieben und seine Gebote halten.

Diesmal möchte ich lediglich auf den ersten Punkt eingehen – an ihn und seine Worte glauben. Wenn wir mit Herausforderungen konfrontiert sind und das Leben schwierig wird, glauben wir dann wirklich an ihn? Glauben wir daran, dass seine Lehren auf eine höchst persönliche Art für uns Aussagekraft haben? Er hat ja festgestellt: „Euer Herz lasse sich nicht verwirren. Glaubt an Gott und glaubt an mich.“3 Und Jesaja hat diesen tröstlichen Gedanken niedergeschrieben: „Gott, der Herr, wird die Tränen von jedem Gesicht abwischen.“4

Elder Erich W. Kopischke, Deutschland Zweiter Ratgeber in der Präsidentschaft des Gebiets Europa
Elder Erich W. Kopischke, Deutschland Zweiter Ratgeber in der Präsidentschaft des Gebiets Europa

Joseph M. Scriven (1819–1896) hatte sich verliebt und stand mit 25 Jahren kurz vor der Hochzeit. Doch tragischerweise ertrank seine Verlobte am Tag vor der Trauung. Gebrochenen Herzens verließ Joseph seine Heimat und begann in Kanada ein neues Leben. Er verdingte sich dort als Lehrer, verliebte sich erneut und verlobte sich mit Eliza Roche, einer Verwandten eines seiner Schüler.

Abermals wurden Josephs Hoffnungen und Träume zunichte gemacht, denn Eliza erkrankte schwer und verstarb noch vor dem Hochzeitstag. Wir können zwar nur erahnen, wie aufgewühlt der junge Mann innerlich war, aber aus der Geschichte wissen wir, dass es sein Gottvertrauen war, was ihn aufrechterhielt.

Er blieb von da an Zeit seines Lebens unverheiratet und schenkte seine Zeit, sein Geld und selbst die Kleidungsstücke, die er am Leibe trug, den Notleidenden auf dieser Welt. Wohin er auch kam – überall verbreitete er wie Christus Liebe und Mitgefühl.

Etwa um die Zeit, als Eliza verstarb, erhielt Joseph aus Irland die Nachricht, dass seine Mutter erkrankt sei. Da er sie nicht besuchen konnte, schrieb er ihr einen tröstlichen Brief und legte eines seiner Gedichte bei, das den Titel trägt: Welch einen Freund haben wir in Jesus.

Welch einen Freund haben wir in Jesus

Welch einen Freund haben wir in Jesus, der all unsere Sünden und unseren Kummer trug.

Was für ein Vorzug ist es doch, im Gebet alles vor Gott zu bringen.

O, welchen Frieden büßen wir oft ein, wie viel unnötigen Schmerz erdulden wir,

weil wir nicht alles im Gebet vor Gott bringen. -

Stehen wir vor Prüfungen und Versuchungen? Gibt es da und dort Schwierigkeiten?

Doch wir sollten niemals mutlos werden, sondern alles im Gebet vor den Herrn bringen.

Könnten wir je solch einen treuen Freund finden, der an all unseren Sorgen Anteil nimmt?

Jesus kennt eine jede Schwäche, die wir haben. Bringen wir sie im Gebet vor den Herrn. -

Sind wir schwach und schwer beladen, tragen die schwere Bürde vieler Sorgen?

Unser geliebter Heiland ist noch immer unsere Zuflucht. Bringen wir also alles im Gebet vor den Herrn!

Verachten und verlassen dich deine Freunde? Bring das im Gebet vor den Herrn!

In seine Arme schließt er dich und behütet dich. Bei ihm findest du Trost. -

Geliebter Heiland, du hast verheißen, dass du all unsere Lasten tragen wirst.

Mögen wir stets alles, o Herr, in aufrichtigem Gebet vor dich bringen.

Schon bald bedarf es in strahlend wolkenloser Herrlichkeit nicht mehr des Gebets.

Glückseligkeit, Lobpreis und endlose Verehrung sind dann unser wunderbares Los.

Ich bete darum, dass wir jetzt zu Ostern auf eine sehr persönliche Art und Weise erkennen, dass Jesus Christus unser Freund ist und dass er uns trösten, uns beistehen und uns heilen möchte, wenn wir nur an ihn und seine Worte glauben.

Anmerkungen

1. Johannes 15:5

2. Johannes 15:7,11-14

3. Johannes 14:1

4. Jesaja 25:8