STIMMEN VON HEILIGEN DER LETZTEN TAGE

Eine wundervolle Lektion über Vertrauen

Gesundheitliche Probleme überschatten die Mission eines jungen Mannes aus Linz - doch in allen Schwierigkeiten offenbart sich ihm die Liebe Gottes.  

Benjamin Mielacher mit seiner Verlobten Selina, die Hochzeit soll im September 2021 stattfinden.
Benjamin Mielacher mit seiner Verlobten Selina, die Hochzeit soll im September 2021 stattfinden.

von Benjamin Mielacher, Gemeinde Linz

 

Ich habe ein Zeugnis davon, dass der himmlische Vater und sein Sohn Jesus Christus leben, uns jeden einzelnen kennen und uns lieben. Zu dieser Liebe gehört auch, dass der Vater im Himmel weiß, was für uns gut und richtig ist. Dieses Zeugnis war aber nicht einfach von heute auf morgen da. Die Beziehung, die ich mir mit meinem himmlischen Vater und mit seinem Sohn, meinem Bruder, Jesus Christus aufgebaut habe, hat viel Arbeit und Vertrauen gebraucht. Besonders über letzteres möchte ich meine Erfahrungen teilen.

Meine Mission war ein einzigartiges und alles andere als gewöhnliches Erlebnis. Im Herbst 2013 begann ich meine Mission und ich durfte viele besondere Menschen kennenlernen und wertvolle Erfahrungen machen. So schön sich die Mission auch entwickelte, sie dauerte für mich leider kürzer als gedacht. Bereits kurze Zeit nach Beginn meiner Mission merkte ich, wie es mir gesundheitlich immer schlechter ging. Mein Körper wurde mit einer Ansammlung von Krankheitssymptomen konfrontiert, welche mich ziemlich beeinträchtigten, und schwer zu diagnostizieren waren. Zu Beginn versuchte ich das Beste daraus zu machen. Aber mit jedem neuen Tag konnte ich spüren, wie mir die Luft im wahrsten Sinn des Wortes ausging. Trotz vieler Bemühungen und Gebete fühlte ich, wie mir körperlich und auch emotional die Kraft fehlte und es wurde immer anstrengender. In dieser Zeit fühlte ich mich sehr niedergeschlagen.

Irgendwann fand ich mich in einer Situation wieder, die dem Erlebnis von Joseph Smith im Gefängnis zu Liberty ähnelte (LuB 121). Ich kam zu dem Punkt, an dem ich meinte, dem Herrn sagen zu müssen, wie er meine Situation ändern sollte. Aber der Herr hat mich, ähnlich wie Joseph, eine wunderbare Lektion über Vertrauen gelehrt. Er hat mich nicht geheilt, aber er hat mir Frieden und Liebe zugesprochen. Er wollte einfach nur, dass ich ihm und seinem Plan, den er für mich hat, vertraue. Der Herr hat mir durch die Geduld und Liebe meiner Mitarbeiter, für die es auch nicht immer leicht war, gezeigt, wie sehr er mich liebt.


Wenn wir uns verlassen oder einsam fühlen, liegt es oft nur daran, dass wir vor lauter Unruhe in uns selbst die feine Stimme des Herrn überhören.


Sehr gerne erinnere ich mich an meinen damaligen Mitarbeiter und Distriktsleiter, der mir in vielerlei Hinsicht ein Beispiel darin war, wie man Christus-ähnliche Eigenschaften entwickelt und diese auch praktisch anwendet. Nach knapp einem Jahr musste ich meine Vollzeitmission gesundheitsbedingt endgültig beenden. Ich kam nach Hause zurück und musste über längere Zeit in Behandlung. Manche Krankheiten konnte ich überwinden, andere sind bis heute hartnäckige Begleiter. Aber nichts davon kann mich in meiner Liebe und meinem Vertrauen in meinen himmlischen Vater und seinen Sohn Jesus Christus erschüttern.

Ich habe gelernt, wenn man vor einer wichtigen Entscheidung oder Herausforderung steht, ist das einzig hilfreiche Mittel, auf die Knie zu gehen, und die Nähe zum himmlischen Vater zu suchen. Er traut uns vieles zu. Er lässt uns besondere Umstände und Situationen erleben, damit wir die Möglichkeit haben daraus zu lernen und zu wachsen. Es kann durchaus sein, dass wir aus unserer Komfortzone herausmüssen. Es kann sein, dass wir den Grund für bestimmte Dinge nicht verstehen. Es kann sogar sein, dass wir einen Weg einschlagen müssen, der sehr beschwerlich ist. Aber niemals wird er uns etwas zumuten, das über unsere Fähigkeiten hinausgeht. Er wird uns auch niemals etwas auferlegen, das nicht das Ziel verfolgt, uns zu besseren Menschen zu machen. Und ganz besonders wird er uns nie alleine lassen. Wenn wir uns verlassen oder einsam fühlen, liegt es oft nur daran, dass wir vor lauter Unruhe in uns selbst die feine Stimme des Herrn überhören. Wenn meine Liebe zu ihm stark ist, dann haben Zweifel und Angst keinen Platz. Ich kann dem Herrn vertrauen, denn ich weiß, dass er für uns alle einen Plan hat. Und wenn wir seine Führung in unserem Leben zulassen, dann können wir unser volles Potential nützen.