Den geistigen Regenschirm weitergeben

Ein junger Oberösterreicher bereitet sich auf eine Mission in Namibia/Botswana vor

Elder Natanael Ausobsky auf Zwischenstopp in der Gemeinde Klagenfurt, wo er bis zu seiner Abreise in die Botswana/Namibia Mission dient.
Elder Natanael Ausobsky auf Zwischenstopp in Klagenfurt, wo er bis zu seiner Abreise in die Botswana/Namibia Mission dient.

Natanael Ausobsky aus der Gemeinde Linz, 19 Jahre alt, hat sich entschlossen nach seiner Ausbildung im Einzelhandel auf Mission zu gehen. Die Berufung, die er im März 2021 von der Ersten Präsidentschaft der Kirche erhielt, lautete: „Botswana/Namibia Mission, Afrika“. Die beiden Länder kannte er nicht einmal dem Namen nach. Als Elder Ausobsky das folgende Interview gab, trennten ihn von seiner Mission in einem dünn besiedelten südafrikanischen Hochland nur mehr ein positiver Visumbescheid und eine eventuelle Covid-19-Impfung – 18 andere notwendige Impfungen hat er bereits erhalten. Er folgt dem Auftrag des auferstandenen Heilands, der sagte: „Geht hinaus in die ganze Welt, und verkündet das Evangelium allen Geschöpfen!“ (Mk. 16:15)

Natanael Ausobsky mit seinem Hund Zara
Natanael Ausobsky vor seiner Mission mit seinem Hund Zara.

Was hat dich motiviert auf Mission zu gehen?

Meine Entscheidung für den Herrn eine Vollzeitmission zu erfüllen war eine sehr persönliche. Ich bin in einer schwierigen Familiensituation groß geworden und bemerkte irgendwann, dass das Evangelium der einzige Weg ist, um glücklich zu sein. Ich erlangte schon sehr früh ein Zeugnis vom Gebet! Denn immer, wenn ich zum Herrn betete, machte er Belastungen für mich leichter und zeigte mir auf vielerlei Weise, dass er mich kennt und für mich da ist. Die Heiligen Schriften, die wir als Jugendliche jeden Morgen im Seminar studierten, waren für mich wie ein geistiger Regenschirm, der mich den Tag über beschützte. Der Glaube an Jesus Christus gibt mir einfach so viel Energie! Jesus Christus ist die Person, die nach einem Tag, der vielleicht nicht so gut gelaufen ist, auf mich wartet, mich in den Arm nimmt und sagt: „Alles wird gut!“ Dieses Evangelium von Jesus Christus hat mir im Leben einfach immer geholfen. Deshalb möchte ich auch anderen Menschen diese Freude und diesen Schutz, die ich selbst empfangen habe, ermöglichen. Ich möchte ihnen diese Segnungen bringen, damit sie trotz ihrer Schwierigkeiten ein tolles Leben haben können! Als Missionar kann ich vielen helfen diesen Weg zu finden.

Namibia-Botswana
Botswana und Namibia liegen im Süden Afrikas

Wie fühlt es sich an so weit entfernt von Zuhause zu dienen?

Als ich meinen Berufungsbrief geöffnet habe, traute ich meinen Augen kaum! Ich hatte noch nie von Botswana oder Namibia gehört. Ich konnte mir nichts darunter vorstellen, was da auf mich wartet. Doch gleichzeitig zweifelte ich keinen Moment lang daran, dass es einen Grund gibt, warum ich dorthin fahren und genau dort dienen soll. Inzwischen habe ich mich über vieles informiert, zum Beispiel, dass es dort alle typisch „afrikanischen“ Tierarten gibt, wie Löwen, Leoparden, Giraffen, Nashörner, Geparden und Elefanten. Es ist ganz so, wie man sich Afrika vorstellt. Ich freue mich auch auf die Leute dort. Ich hatte noch nie eine Scheu davor jemanden anzusprechen. So werde ich dort im Süden Afrikas viele neue Menschen kennenlernen. Das einzige, worauf ich mich nicht freue, sind die vielen Insekten, die es in diesen Breiten gibt. Wir Missionare müssen täglich Malaria-Tabletten nehmen und unsere Haut mit Moskitocreme schützen. Aber ich freue mich, dass unsere Kirche so weit entfernt von meiner Heimat organisiert ist und es dort überhaupt Gemeindehäuser und Pfähle gibt. Und was noch wichtiger ist: der Herr weiß, wohin er uns beruft und ist mit seinen Dienern in allen Teilen der Welt, wo immer er uns hinschickt.