“Hey, danke!” Junge Männer sammeln für die Caritas

Immer mehr Menschen in Österreich mangelt es am Notwendigsten - zum Beispiel frischen Lebensmitteln 

Anfangs war es ungewohnt für die Jungen Männer der Gemeinde Klagenfurt fremde Leute um Lebensmittel für Bedürftige zu bitten, doch sie taten es aus Liebe zu Gott und zu ihren Mitmenschen.
Anfangs war es ungewohnt für die Jungen Männer der Gemeinde Klagenfurt fremde Leute um Lebensmittel für Bedürftige zu bitten, doch sie taten es aus Liebe zu Gott und zu ihren Mitmenschen.

Als die Jugendlichen der Gemeinde Klagenfurt die von ihnen gesammelten Lebensmittel zur Essensausgabe der Klagenfurter Caritas brachten, riefen ihnen einige Obdachlose gleich „Grüß euch!“ und „Hey, danke!“ entgegen. „Es war ein schönes Gefühl, gleich bei unserer Ankunft so begrüßt zu werden“, erzählen Calvin und Mattia. Sie schmunzeln: „Einige haben sich gleich etwas von den Sachen geschnappt!“ Die beiden sind zwischen 13 Jahre alt und bereits Diakone im Aaronischen Priestertum. Es kostete sie und die anderen Jugendlichen, die diese Hilfsaktion unter Leitung der FHV-Präsidentin und des Bischofs durchgeführt hatten, aber zunächst durchaus etwas Überwindung fremde Leute anzusprechen. Doch ihnen allen war bewusst: es ging dabei um ein gutes Werk für Bedürftige. Seit 2020 hatte die Caritas-Essensausgabe in Klagenfurt immer wieder Engpässe. Durch die Coronakrise verdoppelte sich die Zahl der Menschen, die auf soziale Hilfe und insbesondere kostenlose Lebensmittel angewiesen waren. Dabei erhielt die Caritas zwar weiterhin genügend überschüssiges Brot, doch frisches Gemüse, Obst, Fleisch und andere gesunde Nahrungsmittel waren rar. Die FHV Klagenfurt hatte bereits in einer Nachweihnachtsaktion 30 Hilfskartons für Obdachlose und dazu Wärmeflaschen, Getränke und warme Socken gespendet, und so trat Frau Oberzaucher, die Leiterin der „Young Caritas und Freiwilligenengagement“ von sich aus an die FHV-Präsidentin Alice Kaiser heran und bat um Unterstützung.

Jugendliche helfen der Caritas in KLagenfurt
Einige Jugendliche der Gemeinde Klagenfurt während ihrer Hilfsaktion - im Hintergrund Bischof Heinz Mauch

Die Schwestern halfen großzügig und spontan und als weiterer Schritt der Zusammenarbeit der Caritasstelle mit der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage wurde schließlich auch die Sammelaktion der Jugendlichen vom 28. auf den 29. Mai 2021 angeregt! Die jungen Männer zwischen 13 und 17 Jahren standen mit dem Plakat „Bin ich die Caritas?“ und einem leeren Einkaufswagen vor einem Supermarkt und baten die ankommenden Kunden, ob sie auch etwas für bedürftige Klagenfurter besorgen würden – was gebraucht wurde, stand auf einem kleinen Zettel.


'Ich habe es nicht für mich getan, sondern für die Armen – und für Gott.' (Mattia, 13 Jahre)


Johann, Mattia und Finn bei der Übergabe in der Caritas-Lebensmittelausgabe.
Johann, Mattia und Finn bei der Übergabe der Spenden

„Natürlich waren nicht alle Leute, die wir ansprachen, gleich freundlich, aber viele haben uns zugehört und spendeten, was sie eben konnten, für die Armen“, sagt Jari und Oliver erinnert sich: „Ein Mann in schmutziger Arbeitskleidung, der offensichtlich selbst nicht viel hatte, spendete im Vergleich wirklich viel! Das hat mich sehr berührt.“ Die Jungen Männer bedankten sich bei jedem Spender, gaben ihm einen Coin für den Einkaufswagen und jedem Kind einen Luftballon. „Ich fand die Aktion cool“, sagt Mattia. „Ich habe es nicht für mich getan, sondern für die Armen – und für Gott. Ich würd's sogar nochmals machen.“ Fynn fügt hinzu: „Es ist eine wichtige Pflicht für uns als Priester im Aaronischen Priestertum anderen zu dienen.“ Und alle sind sich einig: „Auch Jesus Christus hat den Menschen gedient.“